Männlichkeiten, Rausch und Sucht: Zum Zusammenhang von Drogenkonsum und Männlichkeitskonstruktionen


Project Details

Project start:
01/2010
Project end:
12/2010
Total project budget:
0,00


Scientific centers and research institutes

Gender- und Frauenforschungszentrum der Hessischen Hochschulen (gFFZ)



Principal Investigator(s)



Tags

Abhängigkeit, Beratung, Drogenkonsum, Gender, Männer, Sucht, Therapie



Publications

2017
Männlichkeiten und Sucht : Handbuch für die Praxis
Stöver, Heino; Vosshagen, Arnulf; Bockholdt, Peter; Schulte-Derne, Frank
Book (Monograph)


Abstract

Obwohl epidemiologisch betrachtet überproportional häufiger Jungen und Männer von Suchterkrankungen bezogen auf Drogen und Alkohol betroffen sind, bildet sich dies nicht ab in dem Stand geschlechtsbezogener Prävention, Beratung und Therapie. Erst in den letzten 5 Jahren haben sich erste Ansätze zur Diskussion des Zusammenhangs „Männlichkeitskonstruktionen und Entstehung, Verlauf und Beendigung von Suchterkrankung“ entwickelt.

Der Konsum legaler und illegaler Drogen spielt in männlichen Lebenskonzepten eine herausragende, konstitutive Rolle als Demonstrationsmittel von Stärke, als Anti-Stressmittel, als Symbol von Grenzüberschreitung und Gefährlichkeitssuche, als Kommunikations- oder Rückzugsmittel, als Hilfe bei der Emotionsbewältigung oder als ‚soziales Schmiermittel’ überhaupt. Rausch und fortgesetzter sowie chronischer Drogenkonsum ist neben Gewalt und Risikosuche ein wesentlicher Bezugsrahmen für Männlichkeitskonstruktionen und –Inszenierungen.

Die Suchtkrankenhilfe ist bisher nicht ausreichend auf die Überrepräsentanz männlicher Abhängigkeitsproblematiken eingegangen. Männerspezifische Arbeitsansätze und Konzeptionen für die Beratung und Behandlung von Drogenabhängigen/-gefährdeten sind daher rar.

In dem 2009 erschienenen Manual „Männlichkeiten und Sucht. Handbuch für die Praxis“ (s.u.) werden Themen benannt, die in der geschlechtsspezifischen Gesundheitsforschung sowie der allgemeinen und genderspezifischen Suchtforschung als relevant benannt werden. Gleichzeitig wurden erste praxisgerechte Arbeitsmittel zur therapeutisch-beraterischen Umsetzung dieser Aspekte entwickelt. Die hier erarbeiteten Themen haben den Anspruch der Vielseitigkeit männlicher Identitätsfindungsaspekte gerecht zu werden. Das Manual bietet damit erstmalig eine ausführliche und praxisnahe Arbeitshilfe zur ambulanten oder stationären therapeutischen und beraterischen Bearbeitung des Genderaspektes männlicher Suchterkrankungen.


Last updated on 2019-18-01 at 13:53