System für eine inklusive und adaptive Personenführung in Gebäuden unter Berücksichtigung der Erweiterbarkeit auf Gefahren- und Sondersituationen (inGuide)


Details zum Projekt

Projektbeginn (Monat / Jahr):
07/2021
Projektende (Monat / Jahr):
12/2023
Gesamtvolumen:
225.492,00


Förderprogramm

Förderlinie 3 – KMU-Verbundvorhaben (LOEWE)



Projektleitung


Kurzbeschreibung

Für die Personenleitung und Personensicherung in Gebäuden, Immobilienkomplexen, Universitäts-Campus, Kliniken oder Industrieliegenschaften gibt es nach wie vor keine vereinheitlichten Konzepte, welche heute die vielfältigen Anforderungen der unterschiedlichen Benutzender und Betreibenden erfüllen. Der Benutzungskomfort und die Präsentation von Lokationen und Produktangeboten stehen meist im Vordergrund von Personenleitsystemen. Die Unterstützung verschiedener Anforderungen von Personen mit Inklusionsbedarf, Sicherheitsaspekte bei technischen Defekten, Amoksituationen oder Pandemien, wie gerade erlebt, werden kaum oder nicht berücksichtigt. Eine Indoor-Personenführung stellt nach wie vor eine große Herausforderung dar und es gibt keine standardisierten Konzepte für diese Aufgabe, insbesondere zur Unterstützung von Inklusionsbedarf und Hilfe in Gefahrensituationen sowie der Nachrüstbarkeit im Gebäudealtbestand. Die aktuelle Pandemie-Situation mit sich häufig wandelnden Gesundheitsanforderungen, die Sicherungen gegen Gefahren aus der öffentlichen Gebäudenutzung und immer wieder auftretenden besonderen Amok-Situationen sind nicht gelöst. Die verschiedenen Sicherheitskonzepte müssen aufwändig für jede Gebäude- und Gefahrensituation neu erstellt und umgesetzt werden, was sehr viel individuellen Einsatz benötigt und dementsprechend nur in sehr unterschiedlicher Qualität und Tempo realisiert werden kann. Grundlage für eine neue Personenführung sollte ein Modell der Verkehrswege innerhalb eines Gebäudekomplexes sein, welches basierend auf Gebäudeplänen erstellt wird und auch Stockwerksübergänge (Treppen, Aufzüge, Rampen) berücksichtigt. Ein wesentlicher Bestandteil des Modells werden die Geometrien der Verkehrswege sein, um eine sichere Führung von Personenbewegungen, insbesondere in Sondersituationen wie beispielsweise der Covid19-Pandemie, zu ermöglichen. Das zu entwickelnde System der Indoor-Personenführung wird folgende Grundfunktionalitäten zur Verfügung stellen: (1) Erfassung der Gebäudesituation - statische Faktoren: Baustellen, Ausfall von Sicherheitseinrichtungen, vorgeplante Sonderveranstaltungen, temporäre Baumaßnahmen; dynamische Faktoren: Schätzung der Personenzahl, die sich in verschiedenen Segmenten des Gebäudes (Räume, Verkehrswege) befinden, und einer bewegungsrichtungsabhängigen Personendichte auf Verkehrswegen. (2) Konzepte für die Steuerung von Personenbewegungen mit dem Ziel der Optimierung der Personenführung bei vorgegebener Personendichte (z.B. im Falle von Pandemien). (3) Individuelle und inklusive Personenführung zu einem Ziel innerhalb eines Gebäudes oder zum Ausgang des Gebäudes unter Berücksichtigung eventuell vorhandener individueller Einschränkungen (Behinderungen) und der aktuellen Gebäudesituation (z.B. Personendichte, durch Bauarbeiten versperrte Wege, ungeeignete Treppen oder Fahrstühle, usw.). (4) Das System muss redundant realisiert werden und bei Ausfall bestimmter Techniken, z.B. des WLAN, ein sicheres alternatives Rückfallkonzept besitzen. (5) Die aktive Inbound-Kommunikation seitens der mobilen App wird die Benutzenden integrieren, die helfen sollen Probleme schneller zu identifizieren und Eskalationen möglichst zu vermeiden. (6) Die selbstlernende KI-Komponente soll aus Gefahrenindikatoren auf mögliche Eskalationen schließen und geeignete Abwehrmaßnahmen vorschlagen.


Zuletzt aktualisiert 2021-03-12 um 16:05